Große Hochwaldtour

Ausgeschilderte Tour durch den Oberspreewald. Es ist alles dabei: Das Spreewaldstädtchen Lübbenau, die Insel Leipe, das Museumsdorf Lehde und der Hochwald. Das Zeichen für diese Tour ist das blaue Dreieck auf weißem Grund.

Sehenswert!

  • Lübbenau: Marktplatz, Sagenbrunnen, Spreewald-Museum, Informationszentrum des Biosphärenreservates „Haus für Mensch und Natur", Schlossgarten mit dem Schloss, St. Nikolaikirche, Heimatstube Leipe,
  • UNESCO-Biosphärenreservat

Adresse

Große Hochwaldtour
 

Wegbeschreibung

Lange haben wir uns auf diese Tour gefreut. Wir haben schon einige Erfahrung beim Paddeln und sind auch nicht ganz unsportlich, dafür aber hemmungslos romantisch, und wir lieben die Natur hier im Spreewald. Diese Tour ist durchweg ausgeschildert, das blaue Dreieck auf weißem Grund weist uns den Weg.

Lübbenau bis Untere Boblitzer Kahnfahrt

Wir starten in Lübbenau und lenken unser Boot in Richtung Südumfluter (Leineweberfließ). Hier bleiben wir bis wir nach links auf die Untere Boblitzer Kahnfahrt (Jeschoa) einbiegen. Schon auf den ersten Metern hat uns die Faszination Spreewald wieder. Landwirtschaftlich genutzte Flächen liegen zwischen den Fließen und geben der Landschaft ihr typisches Aussehen. Die kleinen Fließe zeugen vom Fleiß der Menschen, die sich dieses einst unzugängliche Sumpfland ur- und nutzbar gemacht haben. Ja, wir können die sprichwörtliche Spreewalder Gelassenheit und den Mutterwitz der Menschen hier gut verstehen.

Spreewälder Sagenwelt

Noch besser können wir uns einfühlen in die Spreewälder Sagenwelt: Ist hier nicht die Mittagsfrau hinter dem Baum zu sehen? Oder war es ein Lutki, einer der kleinen Menschen, die Gutes tun? Verstohlen sehen wir auf die Uhr. Ein Glück, denn es ist noch früh am Tage: Die Mittagsfrau, so erzählt man sich hier im Spreewald, achtet nämlich darauf, dass zwischen 12 und 13 Uhr Mittagspause gemacht wird. Wie es in der Sagenwelt nun mal ist, werden alle mit dem Tode bestraft, die dennoch in dieser Zeit arbeiten. Bis dahin haben wir aber noch ein wenig Zeit und schon wieder scheint eine neue Sagengestalt aufzutauchen. Die Wurzel sieht aus wie der Plon. Der Drache bringt unverhofft Geld ins Haus, aber natürlich nur, wenn er täglich seine Ration Futter bekommt.

Leipe bis Leiper Graben

Wir sind in Leipe und kehren diesmal nicht in einer der zahlreichen Gasthäuser am Ufer ein, denn unsere Tour ist noch weit. Nach einem kurzen Stück auf der Hauptspree paddeln wir nach rechts in den Leiper Graben. Schon wenige Paddelschläge – und die sagenhafte Spreewaldwelt hat uns wieder in ihren Bann gezogen. Ist da hinten nicht der Wassermann zu sehen? Nun, dieser Geselle ist auch schwer zu fassen, denn er ist wie jeder Sagenhafte auch sehr wankelmütig in Gestalt und Erscheinung. Mal war der Wassermann verantwortlich für Hochwasser, dann wieder ist er hilfsbereit, wie die Spreewalder selbst. Wahrscheinlich war es nur ein Ast in der Ferne, den wir gesehen haben. Oder der Hunger? Pünktlich zur Mittagsstunde erscheint ein Gasthaus vor unseren Paddeln. Eingedenk der Mittagsfrau machen wir eine Pause und speisen vorzüglich an der Schenke am Fließ.

Burg-Lübbener Kanal bis Nordfließ

Die Pause tat gut. Danke, Mittagsfrau. Unsere Tour wird einsamer, wir queren den Burg-Lübbener Kanal und gleiten weiter auf dem Leiper Graben bis zum Nordfließ, das wir über einen kleinen Verbindungskanal mit Schleuse erreichen. Hier sind wir schon mitten im romantischen Hochwald. Wir befinden uns im rund 1000 Hektar großen, einzigartigen Hochwaldgebiet. Im UNESCO Biosphärenreservat genießt dieses Gebiet den höchsten Schutzstatus. Wald dominiert im feuchten Niedermoorbereich, vor allem Schwarzerlen beeindrucken immer wieder. Kranich und Waldwasserläufer haben hier ihre Lebensräume.

Nordfließ bis Lehde und zurück nach Lübbenau

Auf dem Nordfließ paddeln wir direkt durch den Neuzaucher Spreewald und wenden uns nach links in das Dittmarfließ – noch immer sind wir im Hochwald. Nachdem wir das Große Fließ überquert haben, sind wir auf dem Wehrkanal, der sich schnurgerade durch die liebliche Landschaft zieht. Rechts sehen wir die „Wotschofska" eines der ältesten Ausflugsgaststätten des Spreewaldes. Über den Lehder Kanal gelangen wir nach Lehde und von da nach Lübbenau an unseren Ausgangspunkt zurück.