Das UNESCO-Biosphärenreservat Spreewald

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Knapp einhundert Kilometer südöstlich von Berlin befindet sich eine in Mitteleuropa einzigartige Landschaft - der Spreewald. Nach der letzten Eiszeit teilte sich hier die Spree in ein fein gegliedertes Netz von Fließen, die sich - der Name Spreewald weist darauf hin - einst durch einen dichten Urwald schlängelten.

Heute liegt der einzigartige Reiz des Spreewaldes in seinem parkartigen Landschaftsbild. Dieses Mosaik aus kleinen Wiesen, Äckern und Wald zwischen dem Geflecht der Fließe entstand durch Kultivierung und bäuerliche Landnutzung. Die dennoch weitgehend naturnahe Auenlandschaft bietet Lebensraum für eine reiche Tier- und Pflanzenwelt. Bisher wurden knapp 1.700 Pflanzen- und 3.500 Tierarten nachgewiesen, darunter z.B. 683 Insekten-, 36 Fisch-, 281 Vogel- und 61 Säugetierarten. Dabei ist ein hoher Anteil geschützter bzw. bedrohter Spezies.

Um diese Arten- und Landschaftsvielfalt zu schützen und zu bewahren, wurde der Spreewald 1990 zum Biosphärenreservat erklärt, 1991 erhielt es die Anerkennung durch die UNESCO.

Im Biosphärenreservat gehen Natur- und Umweltschutz mit einer nachhaltigen Entwicklung der Region Hand in Hand. Dies beginnt mit der Erhaltung und Revitalisierung wertvoller Lebensräume, z.B. Moore oder naturnahe Gewässer. Dies setzt sich in einer ökologisch orientierten Landbewirtschaftung – immerhin sind 70% der Landwirtschaftsfläche Bio-zertifiziert – fort. Der Kreis schließt sich bei der Herstellung und Vermarktung regionaler Produkte unter der Dachmarke Spreewald. Die Nutzung regenerativer Energien und die Organisation attraktiver Bildungsprojekte - nicht nur für Kinder und Jugendliche sondern auch für Einwohner und Gäste des Biosphärenreservates – sind weitere Beispiele.

Von hoher Bedeutung ist der Tourismus. Der besondere Reiz des Spreewaldes zieht über drei Millionen Touristen im Jahr an. Die einzigartige Natur zu erhalten und gleichzeitig erlebbar zu machen, ist eine ständige Aufgabe, für die viele Akteure im Biosphärenreservat Verantwortung tragen. Eine gute Besucherlenkung auf den Fließen im Biosphärenreservat ist daher unerlässlich.

In den Informationszentren des Biosphärenreservates - dem Schlossberghof in Burg, dem Haus für Mensch und Natur in Lübbenau und der Alten Mühle in Schlepzig – erhalten Sie nicht nur Tipps, Faltblätter und Tourenvorschläge. Sie können hier auch viel Wissenswertes über den Spreewald erfahren. Die Naturwacht Spreewald hält zahlreiche Angebote für Führungen bereit.