Naturpaddeln im UNESCO-Biosphärenreservat Spreewald

Stille und Grün. Buntes Leben und viel Geschichte. Heuschober und Erlen. So lässt sich vielleicht der Versuch unternehmen, das Naturpaddeln durch das UNESCO Biosphärenreservat Spreewald zu beschreiben. Denn diese viertägige Tour führt uns zum Schatz des Schlangenkönigs, den wir von Lübben über Lübbenau und Burg wieder zurück nach Lübben bestimmt finden können. Die Tour mit den drei Übernachtungen lässt uns tief in den Spreewald eintauchen.

Information und Buchung:

Tourismusverband Spreewald
Lindenstraße 1, OT Raddusch
03226 Vetschau/Spreewald
Tel. 035433/72299 Fax 72228
E-Mail: tourismus@spreewald.de
www.spreewald.de

Sehenswert!

  • UNESCO Biosphärenreservat Spreewald
  • Lübben mit Schlossinsel, Schloss, Museum und Paul-Gerhard-Kirche
  • Lübbenau mit Altstadt, Hafen, Postsäule, Sagebrunnen und Nikolaikirche
  • Burg mit Streusiedlung, und Schlossberghof
  • Freilandmuseum Lehde mit traditionellen Spreewaldgehöften und Gurkenmuseum

Geheimtipp:

Aufstieg auf den Bismarckturm in Burg

 

Wegbeschreibung

Die Suche nach dem Schatz des Schlangenkönigs können wir uns von mehreren Startpunkten der Rund-Tour beginnen. Günstige Einstiegsstellen jeweils mit Übernachtungsmöglichkeit sind Burg, Lübben oder Lübbenau. Bei der Ankunft erhalten die Gäste eine detaillierte Karte und auch die genaue Wegbeschreibung, die die Orientierung in der einzigartigen Kulturlandschaft des UNESCO Biosphärenreservats Spreewald ermöglicht.

Landgang in Lübben

Wir haben uns dafür entschieden, in der quirligen Spreewald-Stadt Lübben zu starten. Bevor wir ins Kanu steigen, gehen wir zunächst an Land auf Erkundungsgang. LINK TOURISTINFORMATION LÜBBEN Hier schauen wir uns die Kirche an. Das spätgotische Gotteshaus war auch die Wirkungsstätte des bedeutenden Kirchenmusikers Paul-Gerhard. Wir besuchen das Schloss, dessen Turm wohl aus dem 14. Jahrhundert stammt. Meterdicke Mauern erzählen von der Bedeutung des Standortes, an dem nachweislich seit dem 11. Jahrhundert bereits ein Verteidigungsposten existierte. In dem Schloss befindet sich heute das Stadt- und Regionalmuseum, in dem wir die elftausend Jahre alte Siedlungsgeschichte hier im Spreewald nachvollziehen und erstmals die berühmte Spreewald-Gurke treffen. Appetit haben wir bekommen, also unternehmen wir einen Abstecher zu Gurken-Paule am Hafen, um uns in den Geschmack der grünen Spreewaldrepräsentanten einzufühlen. Senf-, Dill-, sauer und sogar Chili-Gurken hat Paule im Angebot. So gesund gestärkt schlendern wir über die Schlossinsel, wo uns der wunderschöne Wasserspielplatz daran erinnert, dass wir nun endlich die Paddel greifen möchten, um den Spreewald so zu entdecken, wie er seit hunderten Jahren erschlossen wird: Auf dem Wasserweg.

Lübben-Lübbenau

Wir setzen unser Boot in Lübben ein. Eine gute Möglichkeit dazu besteht beispielsweise beim Kanu-Rastplatz „SpreeLagune" direkt an der Schlossinsel. Hier ist alles, was Wasserwanderer brauchen, vorhanden und die Naturbadestelle lässt uns länger verweilen als zunächst geplant. Wir wenden uns von hier aus in südliche Richtung auf der Hauptspree Richtung Lübbenau. Wir können auch den Burg-Lübbener-Kanal wählen, der parallel zur Spree führt. Gegen die Strömung paddeln wir Richtung Lübben, queren mehrere Schleusen, die in Selbstbedienung einfach zu handhaben sind, je nach Bauart können wir die Schleusentore (LINK SCHLEUSENREGELN) per Kurbel oder Hebel selbst in Gang setzen. Achtung, ausfahrende Boote haben immer Vorfahrt.

Die Schätze des Schlangenkönigs

Wir genießen die Natur. Den Schlangenkönig haben wir noch nicht entdeckt, aber hier ist Zeit, uns darüber Gedanken zu machen, welche seiner Schätze wir auf dieser Tour heben möchten. Im Tourangebot enthalten sind drei Schätze aus der Schatztruhe des Schlangenkönigs, um den Spreewald und die Menschen hier besser kennen zu lernen. Diese Schätze sind kleine erlebnisreiche Aktivitäten, die man auf diese Weise nur hier im Spreewald erleben kann. Die filigran und fein verzierten sorbischen Ostereier haben wir schon gesehen. Aber wie macht man das? Der Schlangenkönig öffnet seine Truhe und nimmt uns mit auf einen Schnellkurs im sorbischen Ostereierverzieren. Ein weiterer Schatz, der zur Auswahl steht, ist die Entdeckungsreise auf spezielle Aussichtstürme im Biosphärenreservat. Hier kann man Tiere in dem einzigartigen Reservat beobachten. Auch der Besuch des Freilandmuseums Lehde mit einer Führung ist ein Schatz, den der Schlangenkönig für uns bereithält.

In der Hauptstadt des Spreewaldes: Lübbenau

Die Zeit ist schnell verpaddelt: Lübbenau ist schon nah. Hier soll ein weiterer Stopp erfolgen, Ein- und Ausstiege sind meistens direkt bei der gebuchten Unterkunft möglich. Nun, auf zum Landgang in die Spreewaldstadt: Der Hafen ist direkt im historischen Stadtzentrum, in dem wir eine gute Auswahl an Restaurants und Einkehr- sowie Einkaufsmöglichkeiten finden, Gurken können wir hier natürlich auch in allen Variationen probieren. Sehenswert ist der Marktplatz mit der barocken Nikolaikirche, dem Sagenbrunnen, dem Spreewaldmuseum mit der Bahnhalle am Torbogen und den Ateliers. Hier, in der heimlichen Hauptstadt des Spreewaldes, wie Fontane die Stadt nannte, öffnet sich auch die Schatzkiste unseres Schlangenkönigs um Ostereierverzieren zu lernen.

Lübbenau-Lehde-Burg

Von hier aus können wir einen Abstecher nach Lehde LINK unternehmen. Wir treffen die Postfrau, die hier in Kaupen und Lehde ebenfalls auf dem Wasser unterwegs ist. Aber nicht nur die Postfrau, sondern auch sonst sind in Lübben, Lübbenau und Burg viele Kähne unterwegs, deren Insassen sich von den Spreewaldkapitänen durch die eindrucksvolle Landschaft staken lassen. Früh aufstehen ist ein gute Tipp für diejenigen, die sich ganz auf die Natur einlassen wollen und die Stille suchen.

Von Lübbenau aus paddeln wir weiter nach Burg, auch hier sind mehrere Wasserwege möglich, auf denen wir den Lübbenauer Spreewald durchqueren können. Es lohnt sich, einmal die Giebel der Spreewaldhäuser näher zu betrachten. Oben am First kreuzen sich die so genannten Windbretter. Sie haben Schlangenköpfe. Auch hier hat also der Schlangenkönig seine Hände im Spiel gehabt. Wir queren Schleusen mit so wunderbaren Namen wie Gewitterschleuse oder Bastianschleuse.

Entdeckungen in Burg

Schon bald kündigen sich die ersten Gehöfte der Streusiedlung Burg an. Auch hier lohnt ein Landgang, um die spreewaldtypischen Gehöfte der weit auseinandergezogenen Siedlung zu entdecken oder sich in einem der Restaurants zu stärken. Ein Tipp wäre der Besuch des Schlossberghofes mit der Ausstellung zum Biosphärenreservat und einem großzügig angelegten Heil- und Kräutergarten. Gleich gegenüber, vom Bismarckturm aus, genießen wir den Rundblick über Siedlung und Spreewald.

Von Burg nach Lübben

Der Weg zurück ist ein ebensolcher Genuss wie der Hinweg. Früh morgens starten wir, um die gut 25 Kilometer Strecke gut zu bewältigen. Wir lesen zweisprachige Ortsschilder in Sorbisch und Deutsch. Hier an stillen, von Erlen gesäumten Fließen setzen die gelben Sumpfdotterblumen, der Hahnenfuß und die Schwertlilien gelbe Tupfer in das üppige Grün der Landschaft. Wer einen Augenblick inne hält und die Paddel ruhen lässt, spürt das Besondere dieses Landstrichs. Hier lässt sich eine Libelle nieder. Dort lässt der Kiebitz sein typisches „Kiwitt" hören und Rotbauchunke, Moor- oder Grasfrosch geben ihr Konzert. Bei der Pause am Rande der Fließe treffen wir vielleicht auf die Ringelnatter, die sich leise davon macht. Eine Wonne für Auge und Seele ist die Farbenpracht der Spreewaldwiesen. Beim Mittagsstopp kosten wir Plinsen mit Apfelmus und Kartoffeln mit Leinöl und Quark. Entstanden ist diese Landschaft durch die letzte Eiszeit, die dafür sorgte, dass sich die Spree in unzählige Fließe verzweigte. Die Menschen bewirtschaften diese Landschaft seit Generationen auf nachhaltige und traditionelle Weise. So entstand das spreewaldtypische und kleinteilige Mosaik aus Wiesen, Feldern und Wäldern zwischen den Fließen. Und für die Pause vom Paddeln bieten sich zahlreiche Gasthöfe entlang der Fließe an.